Dipl.-Päd. Esther van Lück

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Westring 383, R.107
Telefon: +49 431 880-4985
vanlueck@gender.uni-kiel.de

Sprechstunde

In der Vorlesungszeit: Dienstags, 13:30 Uhr bis 15:00 Uhr

Außerhalb der Vorlesungszeit: nach Absprache

(Vorherige Anmeldung zur Sprechstunde, bzw. Terminabsprache außerhalb der Vorlesungszeit bitte per Email.)

Vita

Beruflicher Werdegang

seit 04/2014

Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Arbeitsbereichs Gender & Diversity Studies, Institut für Sozialwissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

10/2009 bis 10/2010
Studentische Hilfskraft im Forschungsprojekt „Soziale Beziehungen und Konfliktpotentiale im Kontext von Erfahrungen verweigerter Teilhabe und Anerkennung bei Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund“ am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) an der Universität Bielefeld

08/2008 bis 06/2009
Auslandsstudium an der Danish School of Education – University of Århus in Kopenhagen, Dänemark

10/2006 bis 09/2013
Studium der Erziehungswissenschaft mit den Schwerpunkten Migrations(spädagogik) und Forschungsmethoden an der Universität Bielefeld, Neben- bzw. Zusatzfächer: Psychologie und Soziologie

2006
Abitur

Auszeichnungen

10/2009 bis 09/2012
Stipendium der Stiftung Studienfonds OWL

Weitere Tätigkeiten

06/2011 bis 03/2012
Teilnahme am Mentoringprogramm movement für Studentinnen und Wissenschaftlerinnen an der Universität Bielefeld

10/2007 bis 06/2008
Ehrenamtliche Mitarbeit in der Bildungsinitiative „TABULA e.V.“ in Bielefeld

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte

  • Kritische Migrationsforschung
  • Rassismustheorie und -forschung
  • Postcolonial Studies
  • Intersektionalität
  • Feministischer Aktivismus

Publikationen

2017 (mit Eddi Steinfeldt-Mehrtens): Wider die Rassismus-Amnesie! Rezension zu Fatima El-Tayeb (2016): Undeutsch. Die Konstruktion des Anderen in der postmigrantischen Gesellschaft. Transcript: Bielefeld, in: Kritisch Lesen: ...können wir nur selber tun!, 45/2017. Verfügbar unter: https://kritisch-lesen.de/rezension/wider-die-rassismus-amnesie

 

Vorträge und Workshops

Rassistische Diskriminierung gemeinsam bekämpfen!

03.10.2017

Workshop im Rahmen der Jungen Islam Konferenz Schleswig-Holstein 2017, Internationale Jugendbildungsstätte Scheersberg

Feminismus – was ist das eigentlich?

03.05.2017

Workshop im Rahmen des Demokratietags der RBZ Wirtschaft in Kiel und der Heinrich Böll Stiftung Schleswig-Holstein, gemeinsam mit Helen Ruck

Grenzen in und um Europa

04.07.2016

Workshop im Rahmen des Demokratietags der RBZ Wirtschaft in Kiel und der Heinrich Böll Stiftung Schleswig-Holstein, gemeinsam mit Alexa Magsaam

Migration und Integration. Ein Blick auf zentrale Begriffe in der gesellschaftspolitischen Debatte

13.11.2015

Vortrag im Rahmen des Seminars "Integration in der Sozialdemokratie" der SPD Schleswig-Holstein, Gustav-Heinemann-Bildungsstätte, Bad Malente

Promotionsprojekt

Rassismus in der Hochschule. Eine intersektionale Analyse (Arbeitstitel)

Die sozialwissenschaftliche Thematisierung von Migration und als „Migrant_innen“ bzw. als „Personen mit Migrationshintergrund“ markierte Menschen ist im deutschsprachigen Raum in den letzten 20 Jahren durch eine stetige Zunahme gekennzeichnet. Das Interesse richtet sich seither insbesondere auf die Untersuchung von Bildungs(miss)erfolgen und Selektionsmechanismen innerhalb des gesamten Bildungssystems. Vor allem für den Schulbereich finden sich zunehmend rassismuskritische Studien, jedoch steht eine systematische wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Rassismus innerhalb des deutschen Bildungssystems noch aus – insbesondere gilt dies für den Hochschulbereich. Der Fokus liegt bisher auf Bildungsungleichheit und Benachteiligungen von Studierenden „mit Migrationshintergrund“ bei gleichzeitiger Nicht-Benennung und Nicht-Untersuchung rassistischer Herrschaftsverhältnisse. Hiermit einher geht ein mangelndes Interesse an institutionellen Mechanismen in der Hochschule. Auch bleibt der Blick überwiegend auf den rassifizierten „Anderen“ verhaftet während die Privilegien der von Rassismus Profitierenden unbenannt bleiben. Somit bleibt eine systematische Analyse von Rassismus und whiteness innerhalb der dominierenden Forschung zur Hochschule bisher aus. Hier knüpft das Dissertationsprojekt an und untersucht rassistische Herrschaftsverhältnisse an Universitäten in Deutschland.

Um der Komplexität gesellschaftlicher Dominanz- und Ungleichheitsverhältnisse gerecht zu werden, ist ein Blick auf die Interdependenzen und Verwobenheiten verschiedener Herrschaftsverhältnisse wie Rassismus, Klassismus oder (Hetero-)Sexismus unabdingbar. Schwarze Feministinnen und Feministinnen of Color entwickelten in den USA bereits in den 1970er Jahren kritische Perspektiven auf sie betreffende Unterdrückungsverhältnisse und forderten, race, class und gender als ineinandergreifende Systeme der Unterdrückung zu betrachten. In den folgenden Jahrzehnten fanden ihre Forderungen Eingang in sozialwissenschaftliche Debatten, in denen die Analyse verschiedener Ungleichheitskategorien und ihrer Verflechtungen unter dem Schlagwort Intersektionalität geführt wird.  Hieran schließt die Dissertation an: Sie erweitert den Fokus auf Rassismus durch eine intersektionale Perspektive und untersucht Herrschaftsverhältnisse in der Universität in Anlehnung an englisch- und deutschsprachige Ansätze aus dem Bereich der Intersektionalitätsforschung.

Ausgehend von Interviews und Gruppendiskussionen mit Studierenden und Universitätsangehörigen an ausgewählten Universitäten in Deutschland werden Rassismen und Diskriminierungen im Hochschulalltag analysiert. Zudem werden statistische Daten und weiteres Material einbezogen, die Aufschluss über strukturelle Ungleichheiten geben können, sowie Diskurse um „Zugehörigkeit“ und „Nicht-Zugehörigkeit“ und universitäre Wissensproduktion in den Blick genommen. Die Dissertation zielt auf die Analyse der Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Differenzkonstruktionen als auch zwischen den verschiedenen Untersuchungsebenen ab.

Mit dem Forschungsprojekt sollen rassismuskritische postkoloniale Migrationsforschung und Intersektionalitätsforschung zusammengeführt werden. Ziel ist es, einen Beitrag zur Diskussion über Rassismus in der Hochschule zu leisten und damit Anregungen für weitere Forschung sowie mögliche Handlungsmaßnahmen zu geben.